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3.9.10

Tipps zur Wohnungssuche

Die Suche nach einer ersten eigenen Wohnung ist immer unheimlich aufregend und macht viel Spaß. Neben einer bezahlbaren Miete ist die entsprechende Größe und Lage der Wohnung wichtig, damit man sich auch über einen längeren Zeitraum darin wohl fühlen kann. Viele Vermieter und Hausgesellschaften inserieren ihre Mietwohnungen im Internet oder Tageszeitungen, geben darin erste Informationen über das Objekt und zeigen eventuell sogar einige Bilder. Bei Interesse kannst du telefonisch einen Termin zu einer Wohnungsbesichtigung vereinbaren. Doch was ist bei einer Wohnungsbesichtigung alles zu beachten? Hier findest du einige wichtige Tipps rund um die Wohnungssuche.

Vor der Suche nach einer geeigneten Wohnung solltest du dir etwas Zeit nehmen und in Ruhe darüber nachdenken, welche Ansprüche du an deine erste Wohnung hast. Natürlich immer in Relation zu deinen Einnahmen. Mach dir eine kleine Checkliste, damit hast du deine Anforderungskriterien immer im Blick und das Suchen fällt dadurch leichter, denn der Immobilienmarkt ist überschwemmt von Angeboten. Diese Kriterien könnten auch für dich wichtig sein:
  1. Wie viel m² soll die Wohnung haben?
  2. Wie soll die Wohnung geschnitten sein?
  3. Soll die Wohnung einen Balkon/Terasse haben?
  4. Welcher Wohnungstyp, Alt- oder Neubau?
  5. Soll die Wohnung hell sein?
  6. Welche Einrichtungsgegenstände sollen in der Wohnung bereits vorhanden sein (z. B. Einbauküche)?
  7. Ist ein Waschmaschinenanschluss im Bad vorhanden?
  8. Welche Böden soll die Wohnung haben?
  9. Wie hoch sind die Nebenkosten?
  10. Ist eine Garage/Stellplatz vorhanden?
  11. Wie ist die Lage (z. B. Supermärkte, Park, U-Bahn usw.)?
  12. Wie ist die Lautstärke (z. B. Anbindung an Hauptstraße oder ähnliches)?
  13. Sind Haustiere erlaubt?
  14. Wie hoch ist die Kaution?

Für junge Leute, die von zu Hause ausziehen, empfiehlt sich meist ein 1 bis 2 Zimmerappartement oder eine Wohngemeinschaft. Aus finanziellen Gründen ist es ratsam, wenn du dich im ersten Schritt nach einer provisionsfreien Wohnung umsiehst, sprich von Privatanbietern. Das spart eine Menge Geld.

Häufig werden Internetbörsen zur Wohnungssuche online, Tages- und Lokalzeitungen genutzt. Aber auch öffentliche Pinnwände (z. B. das schwarze Brett in der Uni) bieten gute Angebote, vor allem dann, wenn es um preiswerte Wohnmöglichkeiten geht. Stell dich darauf ein, dass du nicht auf Anhieb deine Traumwohnung finden wirst. Je nach deinen Ansprüchen kann die Wohnungssuche manchmal etwas länger dauern.

Wohnungsbesichtigung

Wenn du ein Objekt gefunden hast, das dir gefällt, dann steht einer Besichtigung nichts mehr im Wege. Kontaktdaten finden sich direkt neben der inserierten Wohnung und ein Termin kann schnell vereinbart werden. Es empfiehlt sich immer, wenn du einen Freund oder Verwandten zur Wohnungsbesichtigung mitnimmst, denn vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Außerdem ist es ja immer interessant zu wissen, was der andere von der Wohnung hält und ob sie gefällt.

Zu vermietende Wohnungen sehen auf den ersten Blick meist sauber und freundlich aus, aber der Schein kann auch trügen und es lohnt sich immer, alles genauer unter die Lupe zu nehmen. Es sollte auf versteckte Schäden geachtet werden:
  1. Wie sehen die Wände und Decken aus?
  2. Sind die Wände feucht oder gar von Schimmel befallen?
  3. Lassen sich Fenster problemlos öffnen und schließen und sind diese dicht?
  4. Sind entsprechende Räume ausreichend mit Wasser versorgt?
  5. Sind sanitäre Objekte gut instand?
  6. Wie sieht es aus mit Lärmquellen?

Bei einer Wohnungsbesichtigung sind das einige der wichtigsten Dinge, auf die unbedingt geachtet werden sollte, bevor ein Mietvertrag unterschrieben wird.

Mietvertrag

Ist man nach der Wohnungsbesichtigung nun frohen Mutes und erhält vom Vermieter grünes Licht, sollte man sich nicht gleich auf den Mietvertrag stürzen und unterschreiben. Obwohl viele Mietverträge sich meist ähneln, ist es besser, du nimmst diesen mit nach Hause und liest alles in Ruhe durch. Die komplette Anschrift des Vermieters muss im Mietvertrag zu finden sein, außerdem sollte unbedingt nachgeschaut werden, ob man in naher Zukunft mit eventuellen Mieterhöhungen rechnen muss.

Die genaue anfallende monatliche Miete, sowie Nebenkosten sollten im Mietvertrag detailliert aufgelistet werden und vergiss auch nicht die Mängel, die bei der Besichtigung vielleicht entdeckt wurden. Auch diese müssen aufgezeigt werden. Und sprich mit dem Vermieter auf jeden Fall ab, inwieweit du nach der Wohnungsabnahme selbst Hand anlegen darfst. Sind alle wichtigen Dinge im Mietvertrag enthalten, kann er unterschrieben und übergeben werden.

Wohnungsabnahme

Auch eine Wohnungsübergabe, beziehungsweise Wohnungsabnahme, kann nicht innerhalb von wenigen Sekunden erfolgen. In jedem Fall sollte ein Übergabeprotokoll vom Vermieter verfasst werden, welches über den aktuellen Zustand der Wohnung Auskunft gibt sowie andere wichtige Details beinhaltet. So sollte vor Wohnungsabnahme der Zählerstand angegeben sein, damit du später nicht mit einer horrenden Stromrechnung konfrontiert wirst. Die Wohnung sollte vor der endgültigen Übergabe noch einmal inspiziert werden. Ist sie renoviert und sind eventuell vorher angesprochene Schäden behoben worden? Lass dir in jedem Fall eine Kopie des Protokolls aushändigen, denn nur so kannst du später gegebenenfalls Beweise vorlegen. Ist alles unterschrieben, werden die Schlüssel übergeben und die Wohnung gehört nun dir.

Erste Wohnung 24 - Tipps zur Wohnungssuche

Tipps für das Mieten einer Wohnung

Lernen Sie die gängigsten Motive der Vermieter kennen

Ihr zukünftiger Vermieter wünscht sich in der Regel:
  • eine gesicherte Mietzahlung,
  • möglichst keine kurzfristigen Mieterwechsel,
  • dass sein Eigentum keinen Schaden nimmt,
  • dass er einen sympathischen Mieter findet,
  • dass der Mieter sich an die Hausordnung hält, also keinen Ärger macht.

Hat ein Vermieter einmal eine schlechte Erfahrung mit einem Mieter gemacht, neigt er vielleicht dazu, bestimmte Bewerber von vorneherein nicht zu akzeptieren. Dies spielt insbesondere bei Privatanbietern eine Rolle.
Vermieter von Wohnungsbaugesellschaften neigen eher dazu, rein sachlich zu entscheiden und senden Ihnen zunächst einen Bewerbungsbogen zu, den Sie dann ausfüllen sollen. Seien Sie also darauf vorbereitet.

Bereiten Sie sich auf den Informationsbedarf des Vermieters vor

Damit müssen Sie rechnen:
  • der Vermieter will Ihre Verdienstsituation überprüfen anhand von Einkommensnachweisen oder direkt durch Kontaktaufnahme zu Ihrem Arbeitgeber,
  • halten Sie eine Kopie Ihres Arbeitsvertrages bereit und/oder die Tel.-Nr. von der Personalabeilung. Ihres Unternehmens oder von Ihrem Chef und informieren Sie Ihren Arbeitgeber vorab über Ihre Wohnungssuche und über mögliche Anrufe von zukünftigen Vermietern.
  • der Vermieter will wissen, wo Sie zur Zeit noch wohnen und wer ihr Vermieter ist, um von Ihrem jetzigen Vermieter zu erfahren, ob Sie die Miete bezahlt haben bzw. ob Mietschulden bestehen:
  • sofern Ihr jetziger Vermieter noch nichts von Ihren Umzugsabsichten weiß, sollten Sie ihren jetzigen Vermieter vor Weitergabe seiner Kontaktnummern an den neuen potentiellen Vermieter informieren und ihm Ihre Umzugsabsichten mitteilen. Fragen Sie Ihren Vermieter, wann Ihr möglicher neuer Vermieter ihn kontaktieren kann und ob Sie seine Telefonnummer oder Emailadresse an den möglichen neuen Vermieter weitergeben dürfen.

Alternativ:
  • Lassen Sie sich von Ihrem jetzigen Vermieter schriftlich bestätigen, dass Sie Ihre Miete stets korrekt bezahlt haben. Diese Bestätigung können Sie dann problemlos kurzfristig dem neuen potentiellen Vermieter zukommen lassen.

Oder wenn Ihr Vermieter nicht erreichbar ist:
  • und Sie Ihre Miete per Lastschriftverfahren oder per Dauerauftrag bezahlt haben, können Sie auch Kopien dieser Aufträge dem neuen Vermieter vorlegen. Gegebenenfalls bestätigt Ihnen Ihre Hausbank auch, in welchem Zeitraum welche Summen abgebucht wurden.

Auch darauf sollten Sie vorbereitet sein
  • sofern Sie kein Inländer sind, will der Vermieter Ihren Pass sehen oder eine Aufenthaltsgenehmigung (diese Unterlagen sollten Sie dann möglichst aktuell zur Einsicht bereithalten),
  • der Vermieter stellt Ihnen ggf. persönliche Fragen nach Ihrer Herkunft, warum Sie umziehen, was Sie beruflich vorhaben, um Sie möglicherweise besser kennen zu lernen (häufig bei Privatanbietern üblich, insbesondere, wenn diese im gleichen Haus wohnen).
  • Wenn Sie die angebotene Wohnung haben wollen: Antworten Sie hier wahrheitsgemäß. (Wenn Sie die Wohnung nicht wollen, aber noch nicht sicher sind, ob Sie eine bessere Wohnung für sich finden werden, rate ich Ihnen zum Ausdruck zu bringen, dass Sie im jetzigen Stadium noch weitere Angebote prüfen wollen und daher diese Frage erst beantworten wollen, wenn Sie sich für diese Wohnung entschieden haben)
  • Sind Ihnen die Fragen zu neugierig, können Sie auch eine freundliche Gegenfrage stellen, z.B. warum es für den Vermieter wichtig ist, diesen Punkt zu wissen. So können auch Sie die Absichten des Vermieters besser kennen lernen. Ist Ihnen eine Frage zunächst unangenehm oder zu neugierig, z.B. nach Ihrem Einkommen oder dem Einkommen Ihrer Eltern dann rate ich Ihnen, hier freundlich und ausweichend zu antworten, etwa indem Sie auf Ihre berufliche Stellung verweisen, oder auf die berufliche Stellung eines möglicherweise für die Mietsicherheit bürgenden Elternteils oder Sie nennen einen zutreffenden Bereich innerhalb dessen Ihr Einkommen liegt.

Halten Sie die entsprechenden Nachweise in aktueller Form bereit.
Sofern Ihnen eine angebotene Wohnung gefällt, macht es einen guten Eindruck, wenn Sie dem Vermieter anbieten, Einkommensnachweise oder Arbeitsverträge gleich einzusehen.

Suchen Sie eine Wohnung in einer Stadt mit Mietwohnungsmangel?
Dann rate ich Ihnen, alle vom Vermieter wünschenswerten Nachweise wie Arbeitsvertrag, Einkommensnachweise, Herkunft, Aufenthaltsgenehmigung ect gleich zum Besichtigungstermin mitzubringen oder in dringenden Fällen vorab dem Vermieter zuzuleiten, denn dort werden Vermieter oft von Mietanfragen zugeschüttet. Hier sind häufig auch Makler beauftragt, den geeigneten Mieter zu finden:
Achten Sie auf Ihr äußeres Erscheinungsbild beim Besichtigungstermin
Sie sollten zu einem Termin mit einem Vermieter möglichst gepflegt erscheinen. Sofern Sie einen Termin beim Friseur einplanen, sollten Sie diesen Termin vorziehen und sich erst danach mit Ihrem potentiellen neuen Vermieter treffen (ich gehöre beispielsweise zu den Leuten, die sofort sehen, wenn jemand frisch vom Friseur kommt und eine gepflegte Frisur beeindruckt mich stets).
Was sollte ich bei Maklerangeboten beachten?
Stammt das Vermietungsinserat von einem Makler, müssen Sie bei Anmietung der Wohnung in der Regel eine Vermittlungsprovision an den Makler entrichten. Ausnahme: der Makler verweist in seinem Mietinserat darauf, dass es sich um ein provisionsfreies Angebot handelt.
In Deutschland berechnet der Makler in der Regel 2 Monatskaltmieten zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Der Makler wird dann auch die Besichtigung durchführen und von Ihnen die Unterschrift unter den Mietvertrag einholen sowie die von Ihnen zu hinterlegende Kaution an den Vermieter weiterleiten.
Der Makler sollte Ihnen in jedem Fall den Vermieter benennen können.
In vielen Städten kommen Sie bei der Wohnungssuche um einen Makler nicht herum. Im Gegensatz zu vielen Vermietern sollte sich der Makler in seinem Markt jedoch bestens auskennen. Das sollten Sie nutzen. Fragen Sie nach:
Wie hoch ist die durchschnittliche Miethöhe am Ort,
  • Hat der Makler alternative Wohnungsangebote für Sie,
  • wie schätzt er die Lage ein, welche Infrastruktur ist vorhanden, wie sind hier die Nachbarn,
  • wo können Sie Ihr Auto abstellen, kann er Ihnen einen Stellplatz besorgen?
Beachten Sie, dass der Makler eine Empfehlung an den Vermieter abgibt. Achten Sie also auch auf Ihre „Außenwirkung“ und wählen Sie Ihre Kleidung zu dem Termin mit dem Makler ähnlich wie zu einem beruflichen Vorstellungsgespräch aus. Nicht empfehlen kann ich Ihnen, den Termin beim Makler kleidungskonform wie eine Verabredung zum Joggen oder entsprechend lässig wie zu einem Gang in die Kneipe zu gestalten (Ausnahme: Sie sind Chefarzt , Professor oder gehören einer jener Berufsgruppen an, die in der Bevölkerung hohes Ansehen genießen, dann wird man Ihnen gewisse Nachlässigkeiten eher verzeihen)
Wie gehe ich mit der Maklerprovision um?
Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach, ob er die Maklerprovision übernimmt. Wenn dies nicht der Fall ist, können Sie unter Ihrer Steuernummer bei Ihrem zuständigen Finanzamt anfragen, ob Sie die Provisionsgebühr von der Steuer absetzen können, z.B. dann, wenn die Anmietung der Wohnung beruflich bedingt ist.
Klären Sie mit dem Makler, ob er Ihnen eine Monatsmiete Provision zurückerstattet für den Fall, dass Sie nach einem halben Jahr wieder ausziehen. Ich halte das insbesondere für angebracht, wenn Sie Berufsanfänger sind oder wenn Sie eine Probezeitvereinbarung in Ihrem Arbeitsvertrag geregelt haben.
Was kann ich tun, wenn ich kein geregeltes Einkommen nachweisen kann oder erst noch in der Ausbildung bin?
Hier wollen professionelle Vermieter in der Regel eine zusätzliche Sicherheit für die Mietzahlung, meist in Form von einer Bürgschaft von Ihren Eltern oder nächsten Verwandten oder von Ihrem Auftraggeber. Klären Sie vorab mit Ihrer Familie bzw. mit Ihrer Hausbank, welche Nachweise ohne großen Aufwand dazu erstellt werden können. Es ist durchaus hilfreich, wenn zu der Wohnungsbesichtigung der für Sie möglicherweise bürgende Elternteil mitkommt. Der persönliche Eindruck, den der Vermieter dann von Ihnen gewinnt hilft meistens, formelle Hindernisse zu umgehen und manchmal ist dann die Bürgschaft gar nicht mehr erforderlich.

Soll ich dem Anbieter sagen, was mir an der Wohnung gefällt – oder nicht gefällt?
  • Wenn Sie eine Wohnung besichtigen, die Ihnen spontan zusagt, schadet es nichts, wenn Sie dem Vermieter gleich sagen, dass Ihnen die Wohnung gefällt. Geben Sie ruhig auch dann dieses Feed-back, wenn Sie die Wohnung trotzdem nicht mieten wollen, oder es noch nicht wissen. Das verschafft Ihnen in jedem Fall die Sympathie des Vermieters.
  • Natürlich können Sie auch gleich ankündigen, dass Sie die Wohnung haben wollen. Das erspart Ihnen und dem Vermieter in der Regel Zeit, auch wenn der Vermieter noch nicht weiss, ob er Ihnen die Wohnung vermieten will. Er wird dadurch von Ihnen aufgefordert, sich möglichst rasch festzulegen und Ihnen einen Bescheid zu geben.
  • Auch wenn Ihnen die Wohnung nicht gefällt – sagen Sie es und lassen Sie den Vermieter nicht im Ungewissen. Über ein kurzes Feed-back wird er dankbar sein und sich trotzdem gut an Sie erinnern. Wer weiß, vielleicht begegnen Sie sich ein zweites Mal und dann hat der Vermieter Ihre Traumwohnung...

Was soll ich tun, wenn ich noch mehr Wohnungen ansehen möchte, mir aber die gesehene Wohnung gefällt, oder ich mich nicht sofort entscheiden kann?
Dann brauchen Sie vielleicht noch Bedenkzeit oder es ist die erste Wohnung, die Sie in einer neuen Stadt besichtigt haben, in der Sie sich noch nicht auskennen. Ich meine, Sie sollten sich zumindest insoweit festlegen können, bis wann Sie dem Vermieter Bescheid geben können, ob diese Wohnung für Sie in Frage kommt. Sie sehen dann an der Reaktion des Vermieters, ob er so lange noch warten will. Sicher ist klar, dass Sie den Vermieter nicht länger als eine Woche vertrösten können, außer Sie haben einen besonderen Grund dazu und der Vermieter signalisiert sein Einverständnis.

Soll ich verschweigen, dass ich beim Vorvermieter die Miete gemindert habe oder nicht bezahlt habe?

Zunächst sollten Sie sich klar machen, aus welcher Situation heraus Sie sich so verhalten haben und ob Sie hierbei nach geltendem Recht gehandelt haben oder ob Sie gegen geltendes Recht verstoßen haben. (Zur Klärung dieses Sachverhaltes kann Ihnen sicher ein Anwalt helfen oder ggf. auch die Sprechstunde bei einem Mieterverein.)
  • Sagen Sie in jedem Fall die Wahrheit. Es ist anzunehmen, dass ein professioneller Vermieter diesen Sachverhalt ohnehin schnell erkennen wird und Sie wahrscheinlich nicht bei der Auswahl für die Wohnung berücksichtigen wird . Ich empfehle Ihnen, es mit Ehrlichkeit und Unterstützung weiterer Personen zu versuchen. Nehmen Sie einen Familienangehörigen oder einen guten Freund, der ggf. auch bereit ist, für Sie zu bürgen, zu einer Wohnungsbesichtigung mit. Beraten Sie sich mit Freunden und überlegen Sie, was Sie einem potentiellen Vermieter anbieten könnten, um eine Vertrauensbasis herzustellen und dessen Bereitschaft, Ihnen die Wohnung „trotzdem“ zu vermieten, zu erhöhen.
  • Sie befürchten, dass Sie keine Mietwohnung finden werden? Dann benötigen Sie vielleicht professionelle Hilfe. Wenn es keine finanziellen Gründe für Ihre Sorge sind, sind Sie gut beraten, sich an einen Makler zu wenden. Er kann Sie bei der Wohnungssuche professionell unterstützen.

Autor: Maxi Schwarz

Tipps für die Suche nach einer Mietwohnung


Finden Sie heraus, welche Wohnung Sie sich leisten können/wollen:

Schauen Sie sich einmal die Angebote in unserer Datenbank an und bringen Sie in Erfahrung, mit welcher Miete Sie zu rechnen haben. Achtung: Die Kaltmiete beinhaltet nur einen Teil der Kosten, die auf Sie zukommen. Sie müssen dazu die monatlichen Betriebskosten wie Heizung, Wasser, Müllgebühr etc. hinzurechnen, um Ihre zukünftige Mietbelastung festzustellen.

Wenn in einer Anzeige nur die Kaltmiete genannt ist, sollten Sie daher die Betriebskosten in Erfahrung bringen. Diese Betriebskosten können je nach Standort und Baujahr sogar zusätzlich noch mehr als 50% der Kaltmiete betragen. Dazu kommen dann noch die Kosten, die Sie für Strom, Telefon/Internet und ggf. auch Kabelfernsehen kalkulieren müssen, denn diese Kosten sind in der Regel nicht in der Betriebskostenvorauszahlung enthalten.

Fragen Sie also nach der Warmmiete und nach der Zusammensetzung der Betriebskosten - und kalkulieren Sie dazu noch einen Betrag für Strom, Telefon und Fernsehen, sofern diese Gebühren nicht in den Vorauszahlungen enthalten sind. Da die Betriebskosten in den letzten Jahren überproportional zur Kaltmiete angestiegen sind, nennt man sie auch die „zweite Miete“. Ich empfehle Ihnen bei dieser Rechnung auch daran zu denken, dass die Betriebskosten über die Dauer des Mietverhältnisses ansteigen können. Sie sollten also noch etwas „Luft nach oben“ haben.

Klären Sie Ihr bevorzugtes Wohnungsumfeld:

Ich persönlich finde es wichtiger, in einem passenden Umfeld zu wohnen als in der Superwohnung, bei der das Umfeld für mich nicht stimmt. Wenn Sie als Landmensch in die Großstadt ziehen müssen, dann ist es für Sie vielleicht erträglicher, mit Blick auf einen Park zu wohnen. Oder die Abstände zu den Nachbargebäuden sollten möglichst groß sein. Umgekehrt kann ein Stadtmensch es gut finden, wenn er auf dem Land möglichst nicht weit von einem Einkaufszentrum wohnt. Überhaupt, ist es sinnvoll zu wissen, welche Infrastruktur Sie brauchen, Bsp.:

bestimmte S-Bahn-Station, oder bestimmte Autobahnauffahrt,
Kiosk mit großem Zeitungsangebot,
Bäcker,
Ärztehaus mit bestimmten Therapeuten,
Spielplatz, Sportplatz ..ect.
Sind Parkplätze vorhanden?
Machen Sie sich einfach klar, was Ihr bevorzugtes Wohnumfeld ist und lernen Sie nicht nur die Wohnung, sondern auch ihr zukünftiges Umfeld kennen! In welchem Stadtteil wollen Sie wohnen? Lernen Sie die „Ecken“ Ihrer Stadt kennen. Sicher gibt es für Sie mehrere Orte, wo Sie sich wohlfühlen können!

Klären Sie die Nachbarschaft:

Auch eine gute Nachbarschaft ist viel Wert. Also was sind das für Leute, die in dem Haus wohnen, in dem Sie sich eine Wohnung anschauen? Auch die Nachbarschaft kann für Ihr Wohlbefinden entscheidend sein:

Welche Mieter wohnen im Haus? (Fragen Sie den Vermieter danach! Meint er, dass sie zu der Mieterschaft passen?)
Sind Haustiere erlaubt? (Gut, wenn Sie selbst welche haben, schlecht, wenn Sie z.B. gegen Haustiere allergisch sind)
Könnte das Haus hellhörig sein?
In welchem Zustand ist das Treppenhaus? Ist es Ihnen angenehm oder eher unangenehm?
Welche Düfte nehmen Sie wahr?
Grüßen sich die Leute auf dem Flur?

Bereiten Sie sich auf die Fragen der Vermieter vor

Lesen Sie dazu auch unseren Artikel: Tipps für das Mieten einer Wohnung

Nicht nur in Städten mit Wohnungsknappheit sollte man wissen, worauf Vermieter Wert legen und entsprechend vorbereitet sein: Vermieter wollen in der Regel

wissen, bei welchem Arbeitgeber man beschäftigt ist,
welchen Beruf man ausübt,
gewünschte Mietdauer,
welches Einkommen man hat, und ggf. auch
ob beim Vorvermieter Mietschulden bestehen,
was die Gründe für die Wohnungssuche sind, ggf. auch
Nationalität, Aufenthaltsgenehmigung, Familienstand.
Halten Sie also die entsprechenden Nachweise in aktueller Form bereit.
Achten Sie auf Ihr äußeres Erscheinungsbild beim Termin mit Vermietern oder Maklern!

Es schadet nicht, wenn Sie mit sauberen Schuhen, ordentlicher Kleidung und gepflegter Frisur zur Wohnungsbesichtigung zu erscheinen. Auch der äußere Eindruck zählt!

Autor: Maxi Schwarz